Erdnussöl gehört zu den traditionellen Frittierölen der asiatischen Küche – und das aus gutem Grund: Es ist hitzestabil, geschmacklich neutral bis leicht nussig und eignet sich sowohl für kurzes Anbraten im Wok als auch für längere Frittiervorgänge. Dieser Beitrag zeigt, warum Erdnussöl eine gute Wahl ist, worauf du beim Kauf achten solltest und für wen es nicht geeignet ist.
Wie wird Erdnussöl hergestellt?
Erdnussöl entsteht durch Pressen von Erdnusskernen. Bei der raffinierten Variante wird das Öl nach dem Pressen gereinigt und weitgehend geschmacksneutral gemacht. Dabei steigt auch der Rauchpunkt. Bei kaltgepresstem, nativem Erdnussöl entfällt dieser Reinigungsschritt – das Ergebnis: mehr Eigengeschmack, aber ein niedrigerer Rauchpunkt. Für die Fritteuse oder den Topf ist deshalb fast immer die raffinierte Variante gemeint, auch wenn das nicht auf jeder Flasche groß steht.
Rauchpunkt und Hitzestabilität
Raffiniertes Erdnussöl erreicht einen Rauchpunkt von etwa 230 °C. Damit zählt es zu den hitzestabileren Ölen – es liegt in etwa gleichauf mit Sonnenblumen- oder Rapsöl. Das macht es auch für hohe Temperaturen geeignet, etwa das Braten im Wok (oft bei 200 °C+) oder den zweiten, heißeren Durchgang beim doppelten Frittieren von Pommes (185–190 °C).
Geschmack: dezent, nicht aufdringlich
Anders als geröstetes Sesamöl, das einen kräftigen, unverwechselbaren Duft hat, ist raffiniertes Erdnussöl zurückhaltend. Es bringt nur einen leichten, nussigen Unterton mit – die meisten Gerichte werden davon nicht dominiert. Deshalb eignet es sich sowohl für asiatisch inspirierte Gerichte als auch für ganz klassisches Frittieren (z. B. von Hähnchen oder Gemüse). Der Eigengeschmack der Zutaten bleibt erhalten.
Erdnussöl im Vergleich zu anderen Ölen
Im direkten Vergleich zu Sonnenblumen- und Rapsöl liegt Erdnussöl beim Rauchpunkt etwa gleichauf, bringt aber einen dezenten Eigengeschmack mit, den die beiden neutraleren Öle nicht haben. Gegenüber Sesamöl ist es milder und universeller einsetzbar (siehe Sesamöl zum Frittieren). Gegenüber Olivenöl punktet es mit einem höheren Rauchpunkt und einem deutlich niedrigeren Preis (siehe Olivenöl zum Frittieren).
Wofür sich Erdnussöl besonders eignet
- Wok-Gerichte und kurz frittierte asiatische Spezialitäten wie Frühlingsrollen oder Tempura
- Mehrfach verwendetes Frittieröl, da es vergleichsweise stabil gegenüber Oxidation ist
- Alltägliches Frittieren von Hähnchen, Gemüse oder Pommes, wenn ein dezent nussiger Ton willkommen ist
Die 5 häufigsten Fehler bei der Verwendung von Erdnussöl
- ❌ 1. Natives statt raffiniertes Erdnussöl Natives Öl hat einen niedrigeren Rauchpunkt – immer raffiniertes kaufen!
- ❌ 2. Allergiker nicht informiert Auch wenn Spuren gering sind – bei Allergikern lieber auf ein anderes Öl ausweichen.
- ❌ 3. Falsch gelagert Wärme und Licht lassen es ranzig werden – kühl und dunkel lagern.
- ❌ 4. Zu teuer für große Mengen Für literweise Pommes ist Rapsöl wirtschaftlicher – Erdnussöl für spezielle Gerichte aufheben.
- ❌ 5. Nicht auf Eigengeschmack geachtet Bei Gerichten, die absolut neutral sein sollen, ist Rapsöl die bessere Wahl.
Worauf beim Kauf achten?
Auf dem Etikett sollte "raffiniertes Erdnussöl" stehen, nicht nur "Erdnussöl" allein. Ein heller, fast klarer Farbton ist ein gutes Zeichen für die raffinierte Variante. Natives, kaltgepresstes Erdnussöl ist meist dunkler und trägt oft einen entsprechenden Hinweis auf der Flasche – es findet sich häufiger im Asia-Regal oder Bio-Bereich als im Standard-Ölregal.
Preis-Leistung im Vergleich
Erdnussöl liegt preislich meist zwischen dem günstigeren Sonnenblumen- oder Rapsöl und teureren Spezialölen wie Avocadoöl. Für den gelegentlichen Einsatz bei asiatischen Gerichten lohnt sich die Anschaffung. Für den täglichen Pommes-Bedarf sind neutrale Standardöle aber meist die wirtschaftlichere Wahl.
Erdnussöl wiederverwenden
Ein Vorteil von raffiniertem Erdnussöl ist seine relative Stabilität bei mehrfacher Verwendung. Nach dem Abkühlen wird es durch ein feines Sieb oder einen Kaffeefilter gegossen. Danach lässt es sich, ähnlich wie Sonnenblumen- oder Rapsöl, mehrfach wiederverwenden (etwa 6–8 Frittiergänge). Voraussetzung: Es riecht nicht ranzig und ist nicht ungewöhnlich dunkel geworden.
Richtig lagern
Erdnussöl hält sich am längsten kühl und dunkel gelagert, zum Beispiel im Küchenschrank statt direkt neben dem Herd. Wärme und Licht beschleunigen den Zersetzungsprozess. Ungeöffnet ist raffiniertes Erdnussöl meist über ein Jahr haltbar. Nach dem Öffnen sollte es innerhalb weniger Monate aufgebraucht werden.
Eine Übersicht aller gängigen Frittieröle im Vergleich gibt es im Ratgeber Welches Öl zum Frittieren. Weitere Öl-Themen findest du in den Beiträgen Avocadoöl und Rapsöl.
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