Avocadoöl ist in den letzten Jahren als Speiseöl bekannter geworden. Ein Grund dafür ist sein außergewöhnlich hoher Rauchpunkt. Für alle, die häufiger oder bei besonders hohen Temperaturen frittieren, lohnt sich ein genauerer Blick.
Wie wird Avocadoöl hergestellt?
Avocadoöl wird aus dem Fruchtfleisch der Avocado gepresst, nicht aus dem Kern. Bei der raffinierten Variante wird das Öl anschließend gereinigt. Dadurch verliert es einen Teil seines Eigengeschmacks, gewinnt aber an Hitzestabilität. Natives Avocadoöl durchläuft diesen Schritt nicht. Es bleibt grünlicher und intensiver im Geschmack, verträgt dafür aber weniger Hitze.
Rauchpunkt: einer der höchsten überhaupt
Raffiniertes Avocadoöl erreicht einen Rauchpunkt von bis zu 250 °C. Das ist deutlich mehr als bei den meisten anderen gängigen Frittierölen. Sonnenblumen- und Rapsöl liegen zum Vergleich bei etwa 220–230 °C. Der hohe Rauchpunkt macht Avocadoöl besonders unempfindlich gegenüber Überhitzung. Selbst wenn die Temperatur beim zweiten, heißeren Durchgang von doppelt frittierten Pommes kurzzeitig etwas übers Ziel hinausschießt, bleibt noch Spielraum nach oben.
Geschmack und Nährwertprofil
Geschmacklich ist raffiniertes Avocadoöl mild und weitgehend neutral. Es hat einen sehr dezenten, leicht buttrigen Unterton. Ernährungsphysiologisch ist es reich an einfach ungesättigten Fettsäuren. Damit ähnelt es Oliven- oder Rapsöl.
Avocadoöl im Vergleich zu anderen Ölen
Beim Rauchpunkt schlägt Avocadoöl praktisch jedes andere gängige Frittieröl. Rapsöl und Sonnenblumenöl (siehe Rapsöl und Sonnenblumenöl) sind dafür deutlich günstiger und im Alltag völlig ausreichend. Gegenüber Olivenöl hat Avocadoöl den klaren Vorteil der höheren Hitzestabilität, ist aber meist teurer in der Anschaffung.
Die 5 häufigsten Fehler bei der Verwendung von Avocadoöl
- ❌ 1. Natives Avocadoöl zum Frittieren verwenden Es hat einen niedrigeren Rauchpunkt – immer raffiniertes Öl nehmen!
- ❌ 2. Zu teuer für große Mengen Für literweise Pommes ist Rapsöl wirtschaftlicher – Avocadoöl für kleine Portionen aufheben.
- ❌ 3. Falsch gelagert Wärme und Licht lassen es ranzig werden – kühl und dunkel lagern!
- ❌ 4. Nicht auf den Geschmack geachtet Avocadoöl ist neutral – wer einen Eigengeschmack will, greift zu Erdnussöl.
- ❌ 5. Zu hohe Erwartungen Es macht das Frittieren nicht "gesünder" – nur hitzestabiler.
Woran erkennt man gutes Avocadoöl?
Für den Frittiereinsatz zählt raffiniertes Avocadoöl. Es ist meist an einer helleren, gelblichen Farbe zu erkennen. Natives, kaltgepresstes Avocadoöl ist dagegen grünlich und intensiver im Aroma. Es hat außerdem einen niedrigeren Rauchpunkt. Für Dressings und kalte Anwendungen ist es trotzdem eine gute Wahl.
Nachhaltigkeit und Verfügbarkeit
Avocadoöl wird meist aus Übersee importiert, vor allem aus Mexiko. Das macht Transportwege und Verfügbarkeit gegenüber heimischem Raps- oder Sonnenblumenöl weniger günstig. Wer Wert auf regionale Herkunft legt, greift für den Alltag eher zu Rapsöl. Avocadoöl hebt man sich dann für besondere Anlässe auf.
Richtig lagern
Avocadoöl sollte kühl, dunkel und gut verschlossen gelagert werden. Direktes Sonnenlicht und Wärme lassen es schneller ranzig werden. Im Küchenschrank statt neben dem Herd ist es am besten aufgehoben. Ungeöffnet hält es sich meist über ein Jahr, nach dem Öffnen einige Monate.
Eine Übersicht aller gängigen Frittieröle im Vergleich gibt es im Ratgeber Welches Öl zum Frittieren.
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