Rapsöl ist in Deutschland einer der beiden Standard-Griffe zum Frittieren, neben Sonnenblumenöl. Der Grund liegt in einer Kombination aus drei Dingen: günstiger Preis, breite Verfügbarkeit und ein Eigenschaftsprofil, das für die meisten Frittiergerichte perfekt passt. Egal ob Pommes, Hähnchen oder Gemüse – raffiniertes Rapsöl ist die sichere Wahl.
Wie wird Rapsöl hergestellt?
Rapsöl wird aus den Samen der Rapspflanze gepresst. Die raffinierte Variante durchläuft danach einen Reinigungsprozess. Dabei werden Geschmacks- und Geruchsstoffe größtenteils entfernt, der Rauchpunkt steigt gleichzeitig deutlich an. Kaltgepresstes, natives Rapsöl überspringt diesen Schritt. Es behält einen kräftigeren, nussigeren Eigengeschmack, verträgt dafür aber weniger Hitze – für Dressings und kalte Anwendungen ist es aber eine hervorragende Wahl.
Rauchpunkt und Hitzestabilität
Raffiniertes Rapsöl erreicht einen Rauchpunkt von etwa 220 °C. Das reicht für praktisch alle gängigen Frittiertemperaturen aus. Dazu zählt auch der zweite, heißere Durchgang bei doppelt frittierten Pommes (siehe Pommes-Ratgeber), der bei 185–190 °C stattfindet – weit unter dem Rauchpunkt von Rapsöl. Wichtig ist dabei, auf raffiniertes statt kaltgepresstes, natives Rapsöl zu achten. Natives Rapsöl hat einen niedrigeren Rauchpunkt (ca. 160–180 °C) und bringt einen deutlich kräftigeren, nussigeren Eigengeschmack mit, der beim Frittieren schnell bitter wird.
Nährwertprofil
Rapsöl gilt ernährungsphysiologisch als eines der günstigeren Speiseöle. Es ist reich an einfach ungesättigten Fettsäuren. Zudem hat es ein vergleichsweise ausgewogenes Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren. Bei den meisten anderen gängigen Frittierölen fällt dieses Verhältnis weniger günstig aus – das macht Rapsöl nicht nur geschmacklich, sondern auch gesundheitlich zu einer guten Wahl.
Die 5 häufigsten Fehler bei der Verwendung von Rapsöl
- ❌ 1. Natives statt raffiniertes Rapsöl Es verbrennt bei höheren Temperaturen – immer raffiniertes kaufen!
- ❌ 2. Öl zu heiß erhitzt Bei über 220 °C verbrennt auch raffiniertes Rapsöl – Thermometer verwenden!
- ❌ 3. Falsch gelagert Wärme und Licht lassen es ranzig werden – kühl und dunkel lagern!
- ❌ 4. Zu lange wiederverwendet Nach 6–8 Frittiergängen austauschen – Geruch und Farbe prüfen!
- ❌ 5. Nicht auf die Herkunft geachtet Gutes Rapsöl ist neutral – bei Eigenaroma lieber auf Sonnenblumenöl wechseln.
Rapsöl vs. Sonnenblumenöl
Beide Öle sind sich in Rauchpunkt, Preis und Neutralität sehr ähnlich. Der Hauptunterschied liegt im Nährwertprofil – Rapsöl hat tendenziell das günstigere Fettsäureverhältnis. Geschmacklich sind beide Öle für die meisten Menschen kaum zu unterscheiden. Mehr Details im Beitrag Sonnenblumenöl zum Frittieren.
Rapsöl im Vergleich zu Spezialölen
Gegenüber Ölen wie Erdnuss-, Sesam- oder Olivenöl fällt Rapsöl vor allem durch seine Neutralität auf. Es überdeckt den Eigengeschmack von Zutaten nicht. Das macht es zur sicheren Wahl, wenn ein Rezept keine bestimmte Geschmacksrichtung vorgibt. Wer stattdessen ein Aroma sucht, das zum Gericht passt, findet in unseren Beiträgen zu Erdnussöl und Olivenöl passendere Alternativen.
Rapsöl wiederverwenden
Wie die meisten neutralen Frittieröle lässt sich Rapsöl mehrfach verwenden. Nach dem Abkühlen wird es durch ein feines Sieb oder einen Kaffeefilter gegossen, um Krümel zu entfernen. Danach lagert man es lichtgeschützt. Riecht das Öl ranzig oder schäumt es beim Erhitzen ungewöhnlich stark, sollte es entsorgt werden (mehr dazu im Beitrag Warum schäumt Öl).
Richtig lagern
Rapsöl hält sich am längsten kühl, dunkel und fest verschlossen. Ein Küchenschrank ist als Lagerort besser geeignet als ein Regal direkt neben dem Herd. Ungeöffnet ist raffiniertes Rapsöl meist über ein Jahr haltbar, nach dem Öffnen einige Monate.
Eine Übersicht aller gängigen Frittieröle im Vergleich gibt es im Ratgeber Welches Öl zum Frittieren.
Lust auf noch mehr?
Stöbere in unserem Rezept-Blog oder finde deinen nächsten Imbiss in deiner Nähe – wir sammeln die besten Fritteusen-Stände Deutschlands.