Sonnenblumenöl ist wohl das Öl, das in den meisten deutschen Küchenschränken steht. Das hat gute Gründe: Es ist günstig, überall erhältlich, schmeckt neutral und ist hitzestabil genug für praktisch jedes Frittiergericht. Kein Wunder, dass es neben Rapsöl das meistgenutzte Frittieröl in Deutschland ist.
Wie wird Sonnenblumenöl hergestellt?
Sonnenblumenöl wird aus den Kernen der Sonnenblume gepresst. Danach folgt bei der raffinierten Variante ein Reinigungsschritt. Dabei werden Geruchs- und Geschmacksstoffe weitgehend entfernt. Gleichzeitig steigt der Rauchpunkt. Native, kaltgepresste Sonnenblumenöle überspringen diesen Schritt – sie behalten mehr Eigengeschmack, vertragen dafür aber weniger Hitze.
Raffiniert vs. nativ – der entscheidende Unterschied
Diese Unterscheidung ist entscheidend. Raffiniertes Sonnenblumenöl hat einen Rauchpunkt von rund 230 °C – es eignet sich gut zum Frittieren. Natives, kaltgepresstes Sonnenblumenöl hat dagegen einen deutlich niedrigeren Rauchpunkt (ca. 160–180 °C) und bringt einen kräftigeren Eigengeschmack mit. Für klassisches Frittieren ist es deshalb ungeeignet – es verbrennt und wird bitter. Für Dressings und kalte Anwendungen ist es dagegen eine gute Wahl.
Sonnenblumenöl im Vergleich zu anderen Ölen
Im Vergleich zu Rapsöl (siehe Rapsöl zum Frittieren) unterscheidet sich Sonnenblumenöl kaum in Rauchpunkt und Preis. Beim Nährwert hat Rapsöl leicht die Nase vorn, geschmacklich sind beide Öle für die meisten Menschen kaum zu unterscheiden. Gegenüber Erdnussöl (siehe Erdnussöl zum Frittieren) ist Sonnenblumenöl neutraler im Geschmack, aber weniger typisch für asiatische Gerichte.
Die 5 häufigsten Fehler bei Sonnenblumenöl
- ❌ 1. Natives statt raffiniertes Sonnenblumenöl Es verbrennt und wird bitter – immer raffiniertes kaufen!
- ❌ 2. Öl zu heiß erhitzt Bei über 230 °C verbrennt auch raffiniertes Öl – Thermometer verwenden!
- ❌ 3. Falsch gelagert Wärme und Licht lassen es ranzig werden – kühl und dunkel lagern!
- ❌ 4. Zu lange wiederverwendet Nach 6–8 Frittiergängen austauschen – Geruch und Farbe prüfen!
- ❌ 5. Nicht auf den Preis geachtet Sonnenblumenöl ist günstig – beim Kauf das günstigste nehmen, Qualitätsunterschiede sind minimal.
Sonnenblumenöl wiederverwenden
Sonnenblumenöl lässt sich, wie die meisten neutralen Frittieröle, mehrfach verwenden. Dafür wird es nach dem Abkühlen durch ein feines Sieb oder einen Kaffeefilter gegossen, um Krümel zu entfernen. Danach lagert man es lichtgeschützt. Riecht das Öl ranzig oder schäumt es beim Erhitzen ungewöhnlich stark, sollte es entsorgt werden. Mehr dazu im Beitrag Warum schäumt Öl beim Frittieren.
Richtig lagern
Am längsten hält sich Sonnenblumenöl kühl, dunkel und fest verschlossen. Der Küchenschrank ist ein besserer Lagerort als ein Regal direkt neben dem heißen Herd. Ungeöffnet ist es meist über ein Jahr haltbar, nach dem Öffnen sollte es innerhalb einiger Monate aufgebraucht werden.
Eine Übersicht aller gängigen Frittieröle im Vergleich gibt es im Ratgeber Welches Öl zum Frittieren.
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