Nicht jede frittierte Kartoffel braucht die klassische Zwei-Stufen-Methode aus unserem Pommes-Ratgeber. Bei dünn geschnittenen Scheiben oder Spalten lässt sich auch roh, in einem einzigen Durchgang, ein gutes Ergebnis erzielen – solange Schnittdicke und Temperatur zusammenpassen. Diese Methode ist schneller und einfacher, funktioniert aber nur bei dünnen Stücken.
Warum überhaupt roh statt vorgekocht?
Das Vorkochen bzw. der erste Frittiergang bei niedriger Temperatur (wie bei klassischen Pommes) dient dazu, dickere Stücke im Kern gleichmäßig gar zu bekommen, bevor die Kruste zu dunkel wird. Bei sehr dünnen Scheiben oder Spalten ist der Kern aber so klein, dass er in einem einzigen, etwas längeren Durchgang bei moderater Temperatur ebenfalls gar wird – ohne den zusätzlichen Aufwand zweier Frittiergänge.
So gelingt es
- Kartoffeln schälen (oder gut waschen, wenn die Schale dran bleiben soll) und in möglichst gleichmäßig dünne Scheiben (ca. 3–4 mm) oder schmale Spalten schneiden – ein Gemüsehobel oder eine Küchenmaschine hilft hier.
- Die Kartoffelscheiben in kaltem Wasser kurz wässern (10 Minuten), um überschüssige Stärke zu entfernen, danach gründlich mit Küchenpapier trocken tupfen – das ist entscheidend für die Knusprigkeit.
- Öl auf 160–165 °C erhitzen – niedriger als bei vorgekochten Pommes, damit der Kern genug Zeit zum Garen hat, bevor die Oberfläche verbrennt.
- Die Kartoffeln portionsweise 6–8 Minuten frittieren, bis sie gleichmäßig goldbraun und im Kern weich sind.
- Auf Küchenpapier abtropfen lassen und sofort salzen oder würzen.
Die 5 häufigsten Fehler bei rohen Kartoffeln
- ❌ 1. Scheiben zu dick (über 5 mm) Der Kern bleibt roh – dünn schneiden!
- ❌ 2. Kartoffeln nicht trocken getupft Sie spritzen und werden nicht knusprig – gut abtrocknen!
- ❌ 3. Öl zu heiß (über 170 °C) Die Oberfläche verbrennt, der Kern bleibt roh.
- ❌ 4. Zu viele auf einmal Die Temperatur bricht ein – lieber in mehreren Portionen frittieren.
- ❌ 5. Nicht gleichmäßig geschnitten Dicke und dünne Stücke garen ungleichmäßig – gleichmäßig schneiden!
Würzen und Servieren
Direkt nach dem Frittieren angerichtet, lassen sich rohe Kartoffelscheiben gut mit Kräutersalz, Paprikapulver oder frisch gehacktem Rosmarin würzen. Als Snack oder Beilage passen sie zu Dips wie Sauerrahm mit Schnittlauch oder einer einfachen Knoblauchmayonnaise.
Für dickere Pommes-Stifte bleibt die Zwei-Stufen-Methode die zuverlässigere Wahl. Auch Kartoffelecken und Reibekuchen sind tolle Alternativen.
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