Fish and Chips ist das Nationalgericht Großbritanniens – und eines der bekanntesten Frittiergerichte der Welt. Anders als der deutsche Backfisch, der mit einer klassischen Mehl-Ei-Brösel-Panade zubereitet wird, setzt Fish and Chips auf einen luftigen Bierteig, der den Fisch in eine blasige, knusprige Hülle hüllt. Dazu kommen dicke, doppelt frittierte Pommes – die sogenannten Chips. Dieses Rezept zeigt, wie du beides zu Hause perfekt hinbekommst.
Zutaten (für 2 Personen)
- 2 Kabeljau- oder Schellfischfilets (je ca. 180 g, etwa 2 cm dick)
- 150 g Mehl (Type 405) + etwas Mehl zum Bestäuben
- 200 ml kaltes Bier (helles Lager oder Ale, nicht zu bitter)
- 1 Prise Salz, optional 1/2 TL Backpulver (für extra Luftigkeit)
- 500 g Kartoffeln, in etwa 2 cm dicke Stifte geschnitten
- Neutrales Öl zum Frittieren (z. B. Rapsöl oder Erdnussöl)
- Zum Servieren: Malzessig, Salz, Zitronenspalten, Erbsenpüree (optional)
Zubereitung
1. Die Chips (dicke Pommes)
Die Kartoffelstifte werden nach der klassischen Zwei-Stufen-Methode zubereitet: zunächst 5–6 Minuten bei 150–160 °C vorgaren, bis sie weich, aber noch blass sind. Herausnehmen, auf Küchenpapier abtropfen lassen und mindestens 10 Minuten ruhen lassen. Dann das Öl auf 185–190 °C erhitzen und die Chips 2–3 Minuten knusprig fertig frittieren. Sie sind fertig, wenn sie goldbraun und außen knusprig sind. Mehr Details dazu im Pommes-Ratgeber.
2. Der Fisch im Bierteig
- Die Fischfilets trocken tupfen – das ist wichtig, damit der Teig haftet. Leicht mit Mehl bestäuben (das hilft dem Teig, besser zu haften).
- In einer Schüssel das Mehl mit Salz (und optional Backpulver) vermischen. Das kalte Bier langsam unterrühren, bis ein glatter, dickflüssiger Teig entsteht – er sollte die Konsistenz von flüssigem Joghurt haben. Nicht zu lange rühren, sonst wird der Teig zäh.
- Das Öl auf 185 °C erhitzen. Die Fischfilets durch den Teig ziehen, sodass sie rundum bedeckt sind, und vorsichtig ins heiße Öl geben. Den Fisch nicht fallen lassen, sonst spritzt das Öl.
- 5–6 Minuten frittieren, bis der Teig tief goldbraun und knusprig ist und der Fisch innen gerade durchgegart ist (bei 2 cm Dicke sollte das in der Zeit klappen).
- Auf Küchenpapier abtropfen lassen und sofort mit den Chips servieren.
Warum gerade Bierteig?
Die Kohlensäure im Bier lockert den Teig auf und sorgt beim Frittieren für eine besonders luftige, blasige Kruste, die sich deutlich von der klassischen Mehl-Ei-Brösel-Panade unterscheidet, wie sie etwa bei Backfisch verwendet wird. Der leicht malzige Geschmack des Biers passt zudem gut zum milden Fisch, ohne ihn zu überdecken. Wichtig ist, den Teig erst kurz vor dem Frittieren anzurühren, solange die Kohlensäure noch aktiv ist – steht der Teig zu lange, verliert er an Luftigkeit.
Die 5 häufigsten Fehler bei Fish and Chips
- ❌ 1. Teig zu lange stehen gelassen Die Kohlensäure entweicht – den Teig erst kurz vor dem Frittieren zubereiten!
- ❌ 2. Fisch nicht trocken getupft Der Teig haftet nicht und fällt ab – immer gut abtrocknen!
- ❌ 3. Öl zu kalt (unter 175 °C) Der Teig saugt sich voll und wird fettig.
- ❌ 4. Chips und Fisch gleichzeitig frittieren Beide brauchen unterschiedliche Temperaturen – besser nacheinander frittieren (Chips zuerst vorgaren, dann Fisch, dann Chips fertig).
- ❌ 5. Falscher Fisch Zu dünne Filets trocknen aus – mindestens 2 cm Dicke sind ideal.
Variationen und regionale Unterschiede
Statt Kabeljau oder Schellfisch eignen sich auch Seelachs oder Rotbarsch, solange die Filets nicht zu dünn sind, damit sie beim Frittieren nicht austrocknen. Für eine leichtere Panade lässt sich das Bier teilweise durch kaltes Sprudelwasser ersetzen, was die Kruste etwas dünner und knuspriger macht – das ist eine gute Option für alle, die keinen Alkohol verwenden möchten. In Schottland wird der Fisch oft mit einer zusätzlichen Schicht Mehl vor dem Teig bestäubt, was eine noch knusprigere Hülle ergibt.
Typische Beilagen
Neben Malzessig und Erbsenpüree gehört in vielen britischen Fish-and-Chips-Läden auch "Curry Sauce" (eine milde, dünnflüssige Currysauce) oder Tartar-Sauce zum Angebot. Als Beilage zum Nachwürzen steht meist auch einfaches Salz sowie zusätzlicher Essig bereit – in Großbritannien wird oft großzügig Essig über die Chips geträufelt, bevor sie gegessen werden.
Herkunft des Gerichts
Fish and Chips gilt als eines der bekanntesten britischen Nationalgerichte und geht auf die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück, als frittierter Fisch und frittierte Kartoffeln erstmals gemeinsam serviert wurden. Traditionell wurde das Gericht in Zeitungspapier eingewickelt serviert – aus hygienischen Gründen ist das heute meist durch spezielles Fett- oder Pergamentpapier ersetzt, das aber bewusst im Look an die alte Zeitungsverpackung erinnert.
Mehr zu Bierteig und weiteren Ausbackteig-Varianten findest du im Ausbackteig-Ratgeber. Weitere Fischrezepte gibt es im Ratgeber Fisch & Meeresfrüchte sowie im Beitrag Backfisch frittieren.
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