Gnocchi fritti – wer bei diesem Namen an frittierte Kartoffel-Gnocchi denkt, liegt komplett daneben. Das Gericht aus der italienischen Emilia-Romagna hat nichts mit Kartoffeln zu tun, sondern besteht aus einem einfachen Hefe- oder Backpulverteig, der ausgerollt, in Rauten oder Rechtecke geschnitten und frittiert wird. Das Ergebnis sind luftige, an den Rändern leicht knusprige Teigkissen, die traditionell zu Aufschnitt wie Prosciutto, Salami oder Mortadella gereicht werden – eine klassische italienische Antipasti-Variante.
Zutaten (für 4 Personen)
- 300 g Mehl (Type 405)
- 150 ml lauwarme Milch
- 15 g frische Hefe (oder 5 g Trockenhefe) – alternativ: 1 TL Backpulver für eine schnellere Variante
- 20 g Butter oder Schmalz, weich
- 1 Prise Salz, 1 Prise Zucker
- Neutrales Öl zum Frittieren (z. B. Rapsöl oder Sonnenblumenöl)
- Zum Servieren: Aufschnitt (Prosciutto, Salami, Mortadella), weicher Käse
Zubereitung (mit Hefe)
- Die Hefe in der lauwarmen Milch mit dem Zucker auflösen und 10 Minuten stehen lassen, bis sie leicht schäumt.
- Mehl, Salz, Butter und die Hefemilch zu einem glatten Teig verkneten (ca. 10 Minuten). Der Teig sollte sich vom Schüsselrand lösen und elastisch sein.
- Den Teig abgedeckt etwa 1 Stunde an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sich sichtbar vergrößert hat.
- Den Teig auf einer bemehlten Fläche etwa 3–4 mm dünn ausrollen – so dünn wie möglich, aber nicht zerreißen. In Rauten oder Rechtecke von etwa 8 x 5 cm schneiden.
- Das Öl auf 180 °C erhitzen. Die Teigstücke portionsweise 1–2 Minuten frittieren, bis sie aufgehen und goldbraun sind, dabei einmal wenden. Sie sind fertig, wenn sie schwimmen und leicht blasig sind.
- Auf Küchenpapier abtropfen lassen und warm servieren – mit Aufschnitt und Käse.
Die 5 häufigsten Fehler bei Gnocchi fritti
- ❌ 1. Teig zu dick ausgerollt (über 5 mm) Die Stücke werden innen roh – dünn ausrollen!
- ❌ 2. Öl zu kalt (unter 170 °C) Sie saugen sich voll und werden fettig.
- ❌ 3. Öl zu heiß (über 190 °C) Sie verbrennen außen, während sie innen roh bleiben.
- ❌ 4. Teig nicht gehen gelassen (bei Hefe) Sie werden schwer und nicht luftig – mindestens 1 Stunde gehen lassen.
- ❌ 5. Zu viele auf einmal Die Temperatur bricht ein – lieber in kleinen Portionen frittieren.
Klassische Beilagen – wie in der Emilia-Romagna
Gnocchi fritti werden in Italien traditionell als Antipasto serviert, zusammen mit einer Auswahl an Aufschnitt: Prosciutto crudo, Salami, Mortadella und eine Scheibe Parmesan oder ein weicher Käse wie Stracchino. Der neutrale, leicht salzige Teig ist der perfekte Begleiter zu den kräftigen Aromen des Aufschnitts. Dazu passt ein Glas Lambrusco oder ein leichter Rotwein. In manchen Regionen werden sie auch mit einer einfachen Tomatensauce oder mit Pesto serviert.
Variationen – würzig oder süß
Du kannst den Teig auch würzig variieren: etwas Rosmarin oder Thymian unter das Mehl mischen – das gibt eine mediterrane Note. Oder für eine süße Variante den Teig mit etwas Zucker und Zimt würzen und nach dem Frittieren in Zimtzucker wälzen – das ist dann eher ein Dessert oder Snack.
Weitere internationale Frittiergerichte findest du im Ratgeber Ungewöhnliches frittieren. Auch Empanadas fritas und Arancini sind ähnlich im Konzept.
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